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Teil 3 - Vertrösteter Schmerz

Es ist wieder so weit. Er muss gehen, ist sowieso schon viel zu spät für´s Flugzeug. Da steht er zwischen Haustür und Auto und weiß nicht so Recht, wie er sich verabschieden soll. Er ist doch noch gar nicht so lange da. Aber so ist das halt. Ein flüchtiger Kuss für die Frau, wobei ihre Lippen seine festhalten wollen. "Geh nicht!", schreien sie. Er versteht die Nachricht. Aber er überspielt das schlechte Gewissen, das ihn überkommt. Wieder war er nur zwei Tage da. Und den Großteil der Zeit müde. Er hat nicht viel für sie getan. Im Grunde ist er gar nicht wirklich da gewesen. Ihre Blicke treffen sich, ihrer flehend, seiner um Vergebung bittend. Er sieht die Liebe in ihren Augen, die grenzenlose, unzerstörte Liebe.
Aber er kann nicht bleiben,so er auch will,nichts je mehr gewollt hat. Er muss hart bleiben.
Jetzt wendet er sich dem Sohn zu. Will ihn umarmen, besinnt sich dann aber etwas besseren. Er bringt ein Lächeln zu Stande nach dem ihm nicht zu Mute ist und legt die Hand auf die kleine Schulter, kniet sich dann auf seine Augenhöhe. Ob er nicht lieber reingehen wolle,da sei es wärmer. Man sehe sich in ein paar Tagen wieder. Der Junge nickt und rennt rein.
Die Frau hebt unmerklich das Kinn, aber er sieht es, entlarvt sie. Er steht da und sieht sie an. Sein Gesichtsausdruck ist ernst. Und dann ist er bei ihr,mit einem Schritt, küsst sie fordernd, stürmisch. Und diesmal ist er es,der an ihren Lippen fast verbrennt. Sie umschlingen einander, wollen sich nie wieder loslassen. Sie fordern Gerechtigkeit.
Aber es ist wieder so weit. Er ist sowieso schon viel zu spät für´s Flugzeug. Langsam lösen sie sich voneinander, schauen sich tief in die Augen. Dann ist seine Wange an der ihren, sie kann die Bartstoppeln fühlen. Es ist eine Verzweiflungsbezeugung. Tränen stehen ihnen in die Augen und Liebe auf die Lippen geschrieben.
"Ich muss:"
Zwei Worte, verhasst und doch nötige Wiederholungstäter.
Er geht zum Auto, steigt ein.
Und dann?
Resignation auf ihrer Seite. Gerührtheit auf der seinen.
Sie verbinden tut die Sehnsucht.


Das Leben wäre vielleicht einfacher,
wenn ich dich gar nicht getroffen hätte.

Weniger Trauer
jedes Mal, wenn wir uns trennen müssen,
weniger Angst
vor der nächsten und übernächsten Trennung.

Und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht,
wenn du nicht da bist,
die nur das Unmögliche will
und das sofort,
im nächsten Augenblick
und die dann,
weil es nicht sein kann
betroffen ist und schwer atmet.

Das Leben wäre vielleicht einfacher,
wenn ich dich gar nicht getroffen hätte.
Es wäre nur nicht mein Leben.
by Erich Fried